Passiert es Ihnen manchmal, dass Sie im Alltag von Gefühlen überwältigt werden, die Sie weder einordnen noch kontrollieren können? Von heftigen unangenehmen Emotionen, die Ihr Wohlbefinden beeinträchtigen, Sie zum Weinen bringen oder körperliche Reaktionen auslösen?

 

Unverarbeitete traumatische Erlebnisse tauchen aus dem Unterbewusstsein auf

Viele Menschen haben innere Wunden, die Folgen von Traumatisierungen sind. An den konkreten Auslöser der inneren Verwundung erinnert sich der Erwachsene oft gar nicht mehr. Wenn Sie in einer Alltags­si­tuation plötzlich eine übermäßig starke emotionale Reaktion zeigen, könnte ein unverarbeitetes trau­ma­tisches Erlebnis die Ursache sein. Dieses kann wenige Monate oder aber bereits Jahre oder gar Jahrzehnte zurückliegen. Wir sind uns der damit ver­bundenen inneren Traumatisierungen in der Regel nicht bewusst. Da diese Verwundungen im Körper gespeichert und Teil des Un­bewussten sind, haben wir durch unser Denken keinen Zugriff darauf. Wir können uns also nicht aus dem Trauma „herausdenken“. Wird nun durch eine bestimmte Alltagssituation bei einer traumatisierten Person etwas „getriggert“, kommen die trau­ma­tischen Erlebnisse aus dem Unterbewusstsein hervor. Dann erlebt die betroffene Person im Hier und Jetzt dieselben Ängste und negativen Gefühle wie damals in der Trau­masituation.

 

Posttraumatische Belastungsstörung

Solche „Nachhallerlebnisse“ oder Flashbacks sind ein typisches Symptom der Posttraumatischen Belastungs­stö­rung (PTBS), die nach einem traumatischen Erlebnis auftreten kann. Ein Trauma ist ein Erlebnis, das die körperliche und/oder seelische Unversehrtheit einer Person in erheblichem Maße bedro­ht. Beispiele hierfür sind Vergewaltigungen, schwere körperliche Misshandlungen, die unterschiedlichsten Formen seelischer Gewalt oder Naturkatastrophen. Ein solches Trauma, das durch ein einmaliges lebensbedrohliches Ereignis ausgelöst wird, bezeichnet man auch als Schocktrauma. Neben Flashbacks können Schlaflosigkeit, Depression, innere Unruhe, ein abgestumpftes Gefühlsleben oder eine erhöhte Wachsamkeit und Schreckhaftigkeit die Folgen sein. Das Wohlbefinden ist mehr oder weniger stark beeinträchtigt. Aus Angst, durch bestimmte „Trigger“ (Auslöser) wieder in einem Gefühls­stru­del nach unten gezogen zu werden, eignen sich manche Betroffenen ein Vermeidungsverhalten an. Dadurch redu­zieren sie möglicherweise in erheblichem Maße ihren sozialen und beruflichen Aktionsradius.

 

Traumatisierungen durch seelische Gewalt in zwischenmenschlichen Beziehungen

Neben dem Schocktrauma gibt es sog. Bindungstraumatisierungen, die durch permanente, teilweise sehr subtile Gewalt in zwischenmenschlichen Beziehungen entstehen können. Es handelt sich dabei also nicht um ein einmaliges schockierendes Erlebnis, sondern um eine Serie von Mikrotraumatisierungen. Besonders häufig sind diese Formen der Traumatisierung zu beobachten, wenn einer der Partner oder ein Familienmitglied eine Suchtproblematik und/oder eine narzisstische Persönlichkeits­stö­rung (NPS) hat. Beide Phänomene treten – häufig kombiniert – in zunehmendem Maße in unserer Gesellschaft auf und haben meist schwer wiegende Auswirkungen auf die seelische Gesundheit der Angehörigen. Ferner können durch den permanenten psychischen Stress auch körperliche Beschwerden auftreten. Mehr zu dieser Problematik in meinen nächsten Blogs.

 

Hilfe und Heilung

Die gute Nachricht ist: Durch die wiederkehrenden Symptome macht Ihre Seele Sie praktisch darauf aufmerksam, dass etwas in Ihrem Innersten geheilt werden möchte. Deshalb dürfen Sie Ihre wunden Punkte als Chance begreifen, sich selbst besser ken­nen zu lernen, zu heilen und zu wachsen. Behandlungsmethoden bei PTBS sind u. a. EMDR und die Liebevolle Zwiesprache®. Weitere Informationen dazu finden Sie auf meiner Webseite unter „Therapieformen“.

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